WordPress Block Theme für ein neu gegründetes Planungsbüro
Case Study: Warum ein frisch gegründetes Planungsbüro auf WordPress mit eigenem Block Theme setzt. Klein starten, mit dem Unternehmen skalieren.

Dieser Post richtet sich an Gründer, Entscheider und Agenturen, die vor der Plattform-Frage stehen. Kein technischer Deep-Dive, sondern eine Entscheidungsgrundlage aus einem echten Projekt.
Die Ausgangslage
Planungsbüro Holzwarth ist neu gegründet. Ein kleines Team, frische Firma, die ersten Projekte laufen. Jetzt musste eine Website her.
Die eigentliche Frage war also nicht "wie soll sie aussehen". Sondern: Mit welcher Basis baut man die Online-Präsenz einer jungen Firma, die wachsen soll?
Was der Kunde gebraucht hat
Vier Dinge, in der Reihenfolge der Wichtigkeit:
- Schnell online. Ein neues Unternehmen braucht Sichtbarkeit. Monatelang auf den perfekten Launch warten ist keine Option.
- Selbst pflegbar. Das Team soll Texte, Projekte und Teamfotos selbst ändern können, ohne jedes Mal einen Entwickler zu zahlen.
- Mitwachsen können. Heute reicht eine Online-Visitenkarte. In zwei Jahren ist vielleicht ein Kundenbereich sinnvoll, ein Job-Portal oder ein geschützter Dokumentenbereich. Niemand weiß das heute genau.
- Bezahlbar. Dreistelliger Bereich. Eine neu gegründete Firma hat andere Prioritäten als fünfstellige Website-Investments.
Punkt 3 ist der strategisch entscheidende. Die Plattform-Entscheidung heute bestimmt, wie teuer das Skalieren morgen wird.
Welche Optionen es gab
Bei einer jungen Firma kommen schnell mehrere Wege in Frage. Alle haben ihre Berechtigung, aber nicht alle passen zu diesem Szenario:
- No-Code-Plattformen wie Wix oder Squarespace. Schnell live, wenig Aufwand, günstig im Start. Gut für einfache Seiten ohne Wachstumspläne.
- Webflow. Starke Gestaltungsfreiheit, sauberes Markup, beliebt bei Designern. Für Marketing-Sites und Kampagnen hervorragend.
- WordPress mit fertigem Theme. Schneller Start, großes Ökosystem, aber oft überladen mit Features die der Kunde nicht braucht.
- WordPress mit eigenem Block Theme. Mehr Aufwand am Anfang, dafür schlank, skalierbar und ohne Plattform-Bindung.
Für Holzwarth haben drei Kriterien den Ausschlag gegeben: echter Besitz der Website (eigener Server, eigener Code), offener Wachstumspfad (Plugin-Ökosystem, eigene Entwicklung möglich), und planbare Kosten ohne Abo-Staffel.
Das schränkt die Auswahl auf WordPress ein. No-Code-Plattformen und auch Webflow haben ihre Stärken, aber die Wachstumspfade sind dort an die Plattform gebunden. Wer später ein Kundenportal oder Shop will, baut häufig neu statt zu erweitern.
Warum ein eigenes Block Theme
Der nächste Schritt: fertiges Theme oder eigenes Block Theme?
Fertige Themes sind schnell installiert. Sie kommen aber mit vielen Einstellungen, die für einen Anfang nicht gebraucht werden und den Admin-Bereich unübersichtlich machen. Bei Updates verändern sie manchmal Designentscheidungen, und der Code ist oft nicht auf die eigene Marke optimiert.
Page Builder wie Elementor, Divi oder Bricks sind für viele Projekte eine gute Wahl, besonders wenn Kunden eine starke visuelle Kontrolle brauchen oder wenn Agenturen ohne tiefe Dev-Ressourcen schnell ausliefern wollen. Für den Holzwarth-Use-Case waren sie aber Overkill: Die Seite sollte schlank bleiben, wenige klar benannte Elemente haben, und ohne zusätzliche Plugin-Abhängigkeit auskommen.
Mein Ansatz: Ein schlankes, eigenes Block Theme mit genau den Funktionen, die zur aktuellen Ausbaustufe passen. Später erweiterbar, wenn neue Anforderungen dazukommen.
Maßgeschneidert statt generisch
Statt dem Kunden einen Baukasten mit vielen generischen Blöcken zu geben, habe ich genau die Blöcke gebaut, die jetzt gebraucht werden. Aktuell läuft die Seite als Online-Visitenkarte. Wenn später mehr dazukommen soll, wird das Theme einfach erweitert.
Das Prinzip: Wenige, klar benannte Blöcke die der Kunde sofort versteht. Kein Wildwuchs, keine Technik-Sprache im Admin-Bereich.
Einfachheit als Skalierungsvorteil
Das Schwierigste an diesem Projekt war nicht der Code. Es war die Reduktion.
Die Blöcke mussten so einfach sein, dass keine Schulung nötig ist. Das bedeutet:
- Keine überflüssigen Optionen. Farben und Schriften sind fest definiert. Das Corporate Design bleibt konsistent, egal wer Inhalte pflegt.
- Klare Beschriftungen. Keine technischen Begriffe in der Block-Oberfläche. "Projektbild hinzufügen" statt "Media Library Asset Upload".
- Sinnvolle Defaults. Wenn ein neuer Block eingefügt wird, sieht er sofort gut aus.
Der Effekt: Wenn das Team wächst und neue Leute Inhalte pflegen, kann sich jeder schnell reindenken. Kein Know-how-Flaschenhals beim Webentwickler.
Technische Basis
Die üblichen Standards, die bei einer sauberen WordPress-Umsetzung dazugehören:
- Fluid Typography für saubere Darstellung auf jedem Bildschirm
- Lokal eingebundene Fonts, keine externen Requests
- Optimierte Bilder, automatisch konvertiert und skaliert
- Schlankes CSS, kein JavaScript wo es nicht nötig ist
Das Ergebnis
Eine junge Firma hat eine professionelle Website, die wie eine Firma aussieht die schon länger da ist. Das Team pflegt Inhalte selbst. Und die technische Basis steht bereit, wenn später mehr kommen soll.
Das Ganze für einen schmalen Taler im dreistelligen Bereich.
Konkret:
- Keine monatlichen Plattform-Gebühren
- Keine Wartezeiten auf den Entwickler für Textänderungen
- Erweiterbar über das WordPress-Plugin-Ökosystem oder eigene Entwicklung
- Wenn später ein Kundenbereich, Shop oder Portal dazukommt: Plattform bleibt, es wird nur ergänzt
Mein Fazit
Die Plattform-Wahl bei einer jungen Firma ist eine strategische Entscheidung, keine rein technische. No-Code-Tools und Page Builder haben ihre Berechtigung und sind für viele Projekte die richtige Wahl. Für den Fall Holzwarth (junge Firma, dreistelliges Budget, klarer Wachstumspfad) war WordPress mit eigenem Block Theme der beste Weg.
Der Grundgedanke für jedes Projekt dieser Art: Welche Wachstumspfade will ich mir offen halten, und welche Plattform legt mir dabei am wenigsten Steine in den Weg?